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Karl
sieht sich nun der Gefahr gegenüber, dass Tassilo sich sowohl
mit den Griechen, als auch mit den Awaren verbündet haben könnte.
Mit beiden Völkern drohen heftige Kriege.
Die Baiern
fürchten den Fluch der Kirche allerdings mehr, als die Folgen
eines Treuebruchs ihrem Herzog gegenüber, und so finden sich
viele, die Tassilo bereitwillig beschuldigen: der
Herzog habe sich auf Betreiben seiner Gemahlin Liutperga, Tochter
von Desiderius mit den Awaren verbündet. Außerdem soll
er Vasallen des Königs eingeladen und ihnen dann nach dem Leben
getrachtet haben. Er habe sein Volk aufgerufen Meineide zu schwören,
wenn sie dem König Treue versprechen sollten. Nicht einmal
auf das Schicksal seines eigenen Sohnes,
der als Geisel unter den Franken lebte, habe
er Rücksicht genommen: "und wenn er zehn Söhne hätte,
er würde sie lieber zu Grunde gehen lassen, als sich an die
Abmachungen zu halten".
Diese Anklagen reichen zwar, den Herzog auf die Reichsversammlung
zu laden, und empfindlich zu bestrafen, nicht jedoch um ihn nachhaltig
unschädlich zu machen.
Zum Tode verurteilt wird er schließlich von allen Anwesenden
wegen harisliz, der Desertation von 763 unter Pippin.
Karl begnadigt den Herzog und verbannt ihn und seine gesamte Familie
in verschiedene Klöster.
794 verzichtet Tassilo öffentlich auf seine Rechte. Wahrscheinlich
starb er zwischen 794 und 797.
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