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Rezensionen und Presse zum Buch
Theaterzeitschrift
Puppen, Menschen & Objekte
2003/2 Nr. 89 - Dezember 2003
Artikel von P. K. Steinmann
Hier
zeigt die Puppenspielerin Maren Winter ihr Können als Romancier.
Detailreich und kenntnisreich ist der Roman voller bewegender Szenen
im frühen Mittelalter angesiedelt.
Wie jeder Mensch in seine Zeit geworfen ist, so geht es auch dem
Puppenspieler Meginhard, der ein Leibeigener eines Tokkenspielers
ist. Folie ist die Zeit Karls des Großen und seine Heerzüge
gegen die als Heiden bezeichneten Sachsen.
Meginhard sagt: "Ich glaube nicht, dass ich, Meginhard ein
Künstler bin, noch dass ich jemals einer war. Weder der heilige
Geist noch ein Teufel hat je aus mir gesprochen."
Er ist ein Mensch, der in der Zeit des Aberglaubens diesen bedient,
aber nicht lebt. Das ist sehr farbig mit Bildern und Gegenbildern
erzählt.
"Der Herbst war nicht mehr zu verleugnen. Es gab keine goldene
Farbenpracht, sondern ständig Niesel und schlammige Wege, geeignet
jede frohe Stimmung zu erdrücken." (Seite 176)
Da werden mehrere Bilder erzeugt und auch konterkariert. Der Herbst
ist eine kühler werdende Jahreszeit. Nun kommt der goldene
Herbst in seiner ganzen Klischeehaftigkeit ins Bild. Dieses angenehme
Gefühl wird, kaum erzeugt, durch den iesel abgekühlt und
durch die schlammigen Wege ins Negative getoppt, und mit der erdrückten
Stimmung wird nachgetreten.
Das ist eine Schreibe, die mich mitnimmt und umrührt. Das sind
Bilder, die einen hin- und herreißen.
So sind die Beschreibungen aus der mittelalterlichen Zeit heraus
ebenso differenziert. Wunderbar beschriebene Szenen in der Taverne
wehseln mit immer gültigen Gefühlen und Liebesbeziehungen.
Krankheit hat eine andere Dimension. Der Mensch ist nur in Lumpen
gekleidet, hat nur ein Strohlager zum Schlaf und aus den Großküchen
der Höfe erbetteltes Essen.
Die Kollegin und Autorin weiß aus ihrem geschichtlichen Faktenreichtum
pralles Leben zu formen. Mir hat das ein Lesevergnügen bereitet.
Einmal angefangen, mochte ich den Roman nicht mehr aus der Hand
legen. Natürlich habe ich als Puppenspieler überlegt,
ob die szenische Gestaltung von sozialem Leben auf der Bühne
Vorraussetzung zu dieser Arbeit war. Hilfreich dürfte diese
Vorerfahrung allemal gewesen sein. Es ist auch nicht erwiesen, ob
es in den Jahren um 800 Puppenspiel gab. Die Vermutung, es gab auch
damals schon Tokkenspieler, scheint mir aber erlaubt.
Das Buch schließt mit einem 13-seitigen Glossar, in dem alte
Begriffe wie Eiloha (vermutlich Eichenwald) oder Fro, der Herr des
Hofes und zusammengesetzt Fronhof, Fronarbeit, Frondienst, genannt
werden.
Eine rundum lohnenswerte Lektüre.
P. K. Steinmann
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Illertisser Zeitung
30. September 2003
Ursula Katharina Balken
...Mit
ihrer Geschichte taucht sie hinein in die Zeit Karls des Großen.
Meginhard ist ein Bub, der mit ansehen muss, wie seine Mutter auf
grausame Art umgebracht wird. Einem Tokkenspieler (Puppenspieler)
fällt die Ähnlichkeit des Jungen zu Karlmann auf, verstorbener
Bruder Karls des Großen. Der Gaukler kauft das Kind. Doch
das entwickelt sich zu einem fintenreichen Gesellen, scheut vor
Mord nicht zurück, verharrt aber in kindhaftem Glauben, dass
seine Seele unschuldig ist...
... Im verästelten Inhalt gerät der Schwur auf Rache für
die Muttermörder oft in den Hintergrund. Dennoch weiß
Maren Winter durch die Schilderung psycho-sozialer Zusammenhänge
zu überzeugen.
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Lübecker Nachrichten
20.September 2003
von Petra Haase
..."Oh
es ist Magie noch in der schlechtesten Figur. Doch nicht ich kann
solches Wunder bewirken, das bewirkt nur, wer ihr zusieht, wer ihr
Handeln und Wünschen zugesteht und ihr vorübergehend wahres
Leben glaubt." Das schreibt Maren Winter in ihrem Roman "Das
Erbe des Puppenspielers"...
... Entstanden ist ein 500-Seiten-Wälzer über einen Gaukler
im frühen Mittelalter. Sex und Crime und viel Action und so
bildhaft geschrieben, als wäre sie selbst einst als Spielfrau
durch die Lande gezogen.
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Zeitschrift:
UNIMA Zentrum - Österreich / Wien
Folge 4 / 2003 - September 2003
Artikel von Michael Freismuth
Romane rund um das Puppenspiel gibt es meines Wissens gar nicht
so viele. Ich selbst besitze so ca. 15 Stück und nicht alle
sind wirklich lesenswert. Dieses Buch - "Das Erbe des Puppenspielers"
ist nun für mich bei weitem das beste, das ich je über
dieses Genre gelesen habe.
Die Autorin Maren Winter aus Deutschland, ist selbst eine exzellente
Puppenspielerin, die 2002 mit ihrem Gatten Willi in Mistelbach eine
Geschichte um eine Orgel und "Der kleine Hobbit" spielten
und beide Vorstellungen gehörten zu den Höhepunkten des
Festivals. Für dieses Buch, das im frühen Mittelalter,
zur Zeit Karls des Großen, als dieser auf einem Heerzug gegen
die heidnischen Sachsen ist, spielt, muss sie immense Recherchen
betrieben haben.
Beklemmend die Schilderung der Zeit in der die Leute noch Leibeigene
sind, die keinerlei Rechte haben. Bedrückend wie der Held des
Buches, Meginhard, als Kind mit einem Puppenspieler mitzieht, von
ihm dann selbst das Handwerk eines Tokkenspielers erlernt. Von den
Mächtigen wird er immer hin und her geschoben, probiert aber
doch auf seine Art gegen sie zu intrigieren. Spannend das Kapitel,
wo er in einem Kloster in Fulda, beim Kopieren von Büchern,
verbotenerweise Lesen und Schreiben lernt.
Ich vergleiche dieses Buch ein wenig mit Umberto Eco's "Im
Namen der Rose" und ich habe es, trotz seiner 500 Seiten, fast
in einem Zug durchgelesen. Ja, ich freue mich schon auf das nächste
Buch von Maren Winter. M.F.
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Rezensionen und Presse zur Lesung
Tageszeitung Rheinlandpfalz
22.September 2008
von Isabelle Daniel
Geschichten aus der Geschichte
Lange Lesenacht der „Historica" - 20 Autoren überzeugen in Speyers Historischem Rathaus von der Qualität ihrer Romane
Magische Momente bot die lange Lesenacht der „Historica", die der Autorenkreis „QuoVadis" in Speyers Historischem Rathaus ausrichtete. Zweiflern, die die literarische Qualität von historischen Romanen in Frage zu stellen pflegen, nahm der Sprecher des Kreises, Frank Stefan Becker, gleich zu Beginn jeglichen Anlass zur Kritik. Mit einem Zitat Lion Feuchtwangers, der sich in einer Rede zu seiner Liebe zu historischen Romanen bekannt hatte, beugte er am Samstagabend Vorurteilen vor.
Wen auch das nicht ganz zufrieden zu stellen vermochte, wurde spätestens bei der Lesung der Schriftstellerin Maren Winter überzeugt. Die gelernte Puppenspielerin aus Lübeck las aus ihrem Roman „Das Erbe des Puppenspielers", in dem es sich um den Bastard Meginhard dreht, der unter dem Regime Karls des Großen gezwungen wird, den Mord seiner Mutter mit anzusehen, und dem - als selbstbewusster Puppenspieler - auch noch nach Rache dürstet.
Rätselt man beim Genuss so manch eines Buches doch, ob sich der Autor und Erfinder der Charaktere mit seinem Protagonisten überhaupt identifizieren kann, so war diese Frage bei Maren Winter völlig überflüssig. Schon den Beginn des Buches, der aus den einfachen drei Worten „Ich glaube nicht" bestand, verstand die Autorin so eindrucksvoll zu sprechen, dass die Besucher bei allem, was folgte, wie gebannt zuhörten und -sahen. Ja, sahen: Denn im Gegensatz zu gewöhnlichen Lesungen bot Winter auch ein kleines Szenenspiel, das - selbst im Vergleich zur szenischen Lesung zum Abschluss der Lesenacht, an der alle Autoren teilnahmen - ein Höhepunkt blieb. Zwar hatte Winter schon eingangs den hölzernen Kopf einer Puppe auf ihr Lesepult gelegt, doch dass sie aus so minimalistischem Material eine schauspielerische Glanzleistung hätte fabrizieren können, hätte wohl keiner der Anwesenden für möglich gehalten.
Meginhard wird selbstverständlich nicht als Puppenspieler geboren; vielmehr ist es ein Zufall, dass ihn ein Puppenspieler an dem Hof, an dem er bisher unter den schlimmsten Bedingungen arbeitet und es eine Art von Mobbing im Mittelalter gibt, entdeckt und zu seinem Gehilfen macht. Eines Tages, während er mit seinem neuen Chef irgendwo zwischen Alpen und Sachsen umherzieht, beginnt Meginhards Karriere als Puppenspieler - nur dass nicht er von der Puppe, sondern die Puppe von seinem Leben Besitz zu ergreifen scheint. Diese Szene stellte Winter nach, und es schien für einen kurzen Moment wirklich, als habe sie dem Holzkopf ein Stück Eigenleben eingehaucht. So giftig und listig klang Winter, als sie der Puppe ihre Stimme schenkte, dass diese ein bisschen wirkte wie Harry Potters Gegner Lord Voldemort.
„Ich wollte ein Buch schreiben über Täuschung und Wahrheit", erklärte Winter ihren begeisterten Zuhörern. Zumindest in ihrer Lesung hatte sie dieses Vorhaben in die Tat umgesetzt. Die Magie, von der Winter sprach, sobald man einem toten Objekt - sei es eine Puppe oder ein Buch - Atem schenkt, war während ihrer Lesung allemal zu spüren.
Drei weitere Autoren lasen im Laufe des Abends vor der passenden Kulisse des Ältestenratssaals, 17 weitere verteilt auf die verschiedenen Räume des Historischen Rathauses. Dazu zählten auch Frank Stefan Becker mit seinem Roman „Der Preis des Purpurs" sowie „Das Mysterium" von Titus Müller, dem Gründer des Autorenkreises „QuoVadis".
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Mittelbadische
Presse
10. März 2008
Text:
Jürgen Haberer
Reise
durch eine längst vergangene Epoche
Lahrer Puppenparade: Maren Winters »Das Erbe des Puppenspielers«
eine Lesung mit Spielszene
Auf den Spuren ihres Romanhelden greift Maren Winter nach dem Rohling,
wiegt den hölzernen Kopf in der Hand und versinkt in den maskenhaften
Zügen. Ein schlichtes Tuch genügt, um der Handpuppe Gestalt
zu verleihen. Sie erwacht zum
Leben, schlüpft in die Rolle eines dunklen Widersachers von
Meginhard, der Hauptfigur des historischen, in der Zeit Karl des
Großen angesiedelten Romans.
Die kleine Spielszene beschreibt Meginhards erste Begegnung mit
dem Eigenleben der »Tokken«, die ihn fortan durch sein
Leben begleiten. Dass es im 8. Jahrhundert tatsächlich schon
Puppenspieler gegeben hat, basiert dabei auf einer reinen Vermutung.
Für den aufwendig recherchierten, mit viel Liebe für Details
in jener Zeit angesiedelten Roman spielt es letztendlich eine untergeordnete
Rolle.
Auf der Suche nach dem Mörder seiner Mutter taucht Meginhard
als junger Knabe ein in die Welt der Gaukler und Spielleute. Er
zieht mit König Karl gegen die Sachsen und landet mitten in
einer Verschwörung. Die Lesung lässt offen, ob er für
die Feinde des Königs selbst zum Mörder wird. Wer darauf
eine Antwort will, muss schon das im Heyne-Verlag erschienene Buch
kaufen.
Die knapp einstündige Exkursion, mit der die Lahrer Puppenparade
erstmals im historischen Saal des alten Rathauses gastierte, lebt
von der gefühlten Authentizität der gezeichneten Bilder,
von den eingestreuten Liedern, die Ehemann Willi Winter zum Klang
einer Leier vorträgt.
Trotz der vergleichsweise dünnen Quellenlage gestaltet das
Duo eine höchst lebendige Zeitreise, wandert mit den fiktiven
Figuren einer Romanhandlung durch eine längst vergangene Epoche.
Buch neu aufgelegt
Die 1961 in Lübeck geborene Puppenspielerin, die sich für
ihren Erstlingsroman drei Jahre Zeit gelassen hat, vermischt historisch
Belegtes geschickt mit reiner Fiktion, zeichnet Figuren, die im
Kontext ihrer Zeit tatsächlich so gelebt und gehandelt haben
könnten. Das 2003 erschiene, im vergangenen Jahr neu aufgelegte
Buch wird zur Richtschnur für einen stimmungsvollen Abend mit
Maren und Willi Winter.
Obwohl die beiden nach wie vor eine Puppenbühne betreiben,
mit der sie auch auf Tournee gehen, hat Maren Winter längst
ihren zweiten Roman veröffentlicht. Wieder geht es dabei um
eine längst vergangene Epoche und eine fiktive Figur mit Historischen
Zügen. »Der Stundensammler« spielt im späten
15. Jahrhundert, erzählt eine lebendige Geschichte über
die Geburt der Neuzeit und die Erfindung der Taschenuhr.
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Neue
Westfälische
10. März 2006
Maren
Winters Roman als szenische Lesung
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Paderborn
(ub). Das Puppenspiel hat Begrenzungen - ein Romanautor
aber kann unbegrenzt Spielräume schaffen. Diese Faszination
trieb die ausgebildete Puppenspielerin Maren Winter zum Romanschreiben.
Im Rahmen der Puppenspielwochen las Maren Winter am Mitwochabend
in der Buchhandlung Linnemann aus ihrem Roman "Das Erbe
des Puppenspielers".
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Jedes
Vorlesen beginnt mit dem Aufschlagen des Buches und aus diesem überdimensionalen
Exemplar in der Mitte der Bühne erscheint die holzgeschnitzte
Schriftsteller-Puppe. Der Zuschauer wird mitgenommen in die frühmittelalterliche
Zeit Karls des Großen und die Geschichte des jungen Meginhard.
Unehelich geboren und ohne Vater muss Meginhard mit ansehen wie
seine Mutter von Rittern vergewaltigt und getötet wird. Gemeinsam
mit seinem Bruder Ansgar schwört Meginhard einen lebenslang
bindenden Eid, die Ritter zu töten und die Mutter zu rächen.
Im Gefolge eines Puppenspielers macht sich Meginhard auf die Suche
nach den Mördern. Eines Nachts entdeckt er so auch die Faszination
der Puppen.
Nach Maren Winter hat jede Puppe ein bestimmtes Wesen und spricht
mit ihren eigenen Worten - wenn man den Puppen nur ihr Leben zugesteht.
Und der Zuschauer erlebt mit, wie aus einem kleinen Puppenkopf und
einem roten Schal für Meginhard die Puppe zum Muttermörder
wird.
Lebendige Szenen aus dem Leben des einfachen Volkes
Die historische Handlung wurde von Willi Winter mit althochdeutschem
Gesang und dem Spiel auf der Rotta untermalt, einem leierähnlichen
Instrument des frühen Mittelalters. In ihren Erzählungen
und mit den kleinen Puppenspielen malte vor allem Maren Winter lebendige
Szenen des einfachen Volkes im frühen Mittelalter. Im Frühjahr
hat Maren Winter bereits ihren zweiten Historienroman vorgestellt:
"Der Stundensammler", über die Geburtsstunde der
Taschenuhr.
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Westfälisches
Volksblatt
10. März 2006
Ein
Puppenspieler in grauer Kutte
Von
Hans-Joachim Chollet
Paderborn (WV). Die unangenehm nassen Rückzugsgefechte
des Winters hätten nichts mit ihr zu tun, versicherte Mittwoch
abend Maren Winter in der gut besuchten Buchhandlung Linnemann zu
Beginn der Lesung aus ihrem ersten Buch »Das Erbe des Puppenspielers«,
die sie im Rahmen der 26. Paderborner Puppenspielwochen hielt.
Aber unangenehm war das Leben ihres Buchhelden Meginhard auch, der
elternlos als »höriger Bastard« in karolingischer
Zeit frühmittelalterliches Mobbing, aber auch treue Freunde
kennen lernte und der eng begrenzten Fron als lerneifriger Begleiter
eines Puppenspielers entflieht, dessen Freiheit und Weltsicht er
erprobt.
Die Autorin klappte den dickleibigen Manuskriptband auf - und da
schaute der selbstgefertigte altweise, abgeklärte Meginhard
in grauer Kutte und mit echter Brille auf sein Publikum - und die
Autorin, selbst Puppenspielerin, lieh ihm ihre Stimme, veränderte
als Erzählerin bei Bedarf Tonlage und -färbung und holte
ihren Mann als Dialogpartner dazu.
Bezaubernd, wie sie Meginhard die Erstbegegnung mit dem Puppenspiel
- nur ein Kopf und ein Tuch - als »Magie einer Figur, die
aus fast nichts besteht« szenisch dicht erleben lässt.
Nach dem Blutbad von Verden 782 fliehen Meginhard und seine Freunde
in eine »christliche Enklave« im unruhigen Norden des
Reiches: nach Paderborn, das damals nur aus der »Karlsburg
und etwas drumherum« bestand.
Die tragfähige Geschichte, deren Anfang im einsamen, lesehungrigen
Finnland »zur eigenen Unterhaltung« entstand, wird in
der einstündigen Lesung durch Willi Winter bereichert, der
ein althochdeutsch gebrachtes Lied auf der nachgebauten Rotta, einer
sechssaitigen Leier, vorstellt. Er singt auch den übersetzten
Text »zu den letzten Dingen des Lebens«, und zum Schluss
singen beide, Autorin und ihr »geduldigster Vorleser«,
im frühen Volkston »Die Straße gleitet fort und
fort«.
Herzlicher Beifall für einen interessanten Abend, der durch
aufschlussreiche Fragen und Antworten abgerundet wurde.
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Lübecker
Nachrichten
06. Oktober 2005
Puppenspielerin
Maren Winter
präsentierte stimmungsvoll ihren ersten Roman
Text und Bild: HOD
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Neustadt
- Zum Auftakt der Veranstaltungsreihe "Literatur Treff"
kam in der Neustädter Stadtbücherei mittelalterliche
Stimmung auf. Maren
Winter las aus ihrem Debütroman "Das Erbe des Puppenspielers".
Besonders lebendig wurde der Inhalt des Romanes beim Wechselspiel
im Vortrag zwischen Maren und Willi Winter.
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Durch
den Spiel- und Sprecheinsatz einer Puppe wurden beim Publikum alle
Sinne angesprochen. Ehemann Willi Winter versetzte die Besucher
durch Gesang und Spiel auf der Leier in die Zeit Karls des Großen.
Die Geschichte ist im achten und neunten Jahrhundert angesiedelt.
Der Puppenspieler Meginhard schwört einen heiligen Eid, die
Mörder seiner Mutter zu finden. Als er Karl dem Großen
auf seinem Heerzug gegen die heidnischen Sachsen folgt, trifft er
Gisela wieder, seine verloren geglaubte Gefährtin. Doch Meginhard
kann nicht lieben, solange der Hass in ihm brennt. Und so lässt
er sich auf eine gefährliche Verschwörung gegen Reich
und Krone ein.
In einer lockeren Fragerunde nach der Lesung erfuhr das Publikum,
dass das Ehepaar Winter 1996 auf eine finnische Inselgruppe übersiedelte.
"In unserem Holzhäuschen mitten im Wald war die Natur
allgegenwärtig und so reifte in mir der Plan, mich mit dem
Leben der einfachen Menschen im Mittelalter zu beschäftigen",
berichtete Maren Winter. Zwei Jahre schrieb die ausgebildete Puppenspielerin
an ihrem Debütroman in der Abgeschiedenheit ihrer finnischen
Wahlheimat.
Bei ihren Recherchen stieß die Autorin auf den Begriff des
Treueeides, den jeder freie Mann an Karl den Großen zu leisten
hatte. Ein gesprochenes Gelöbnis bedeutete eine lebenslange
Bindung, und wer sein Wort brach, musste mit dem Verlust seines
Seelenheils rechnen.
Wieder zurück in Deutschland schloss Maren Winter ihren Roman
ab und fand im Heyne Verlag einen Partner. HOD
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Kölner
Stadtanzeiger
1. Juli 2005
Erhellendes
aus dem Mittelalter
VON MICHAEL HOCHHEUSER, Bild: MHO
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Troisdorf
- Solche Bücher können wahrscheinlich nur in einem
Holzhaus mitten in der finnischen Wildnis entstehen. Ebendort
verfasste Maren Winter ihren historischen Roman Das
Erbe des Puppenspielers, der zur Zeit Karl des Großen
spielt. Auszüge stellte die Autorin am Freitagabend in
der Troisdorfer Stadtbibliothek vor.
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32
Grad, schwül wie im Hochsommer - beste Voraussetzung für
einen Ausflug ins finstere Mittelalter. Gemäß der Temperaturen
war nur ein rundes Dutzend Interessierte zur Lesung des Fördervereins
der Bücherei gekommen. Die jedoch lauschten gebannt der Lebensgeschichte
des Puppenspielers Meginhard, der als kleiner Junge mitansehen muss,
wie drei Krieger Karls des Großen seine Mutter ermorden. Der
Wunsch nach Rache bestimmt fortan sein Tun. Er folgt dem Regenten
auf seinem Feldzug gegen die heidnischen Sachsen, um die Mörder
seiner Mutter zu finden, und lässt sich auf eine gefährliche
Verschwörung gegen Reich und Krone ein.
Höchst
lebendig schilderte Winter die Geschehnisse im achten Jahrhundert.
Immer wieder flocht sie in ihren Vortrag Hintergründe aus der
Historie ein, schließlich hat sie sich eingehend mit dem Leben
der Menschen im frühen Mittelalter und den Ursprüngen
ihrer Berufe beschäftigt. 1996 siedelte Maren Winter, die 1961
in Lübeck geboren wurde, mit ihrem Mann Willi auf die Inselgruppe
Aland in Finnland über. In unserem Holzhäuschen
mitten im Wald war die Natur allgegenwärtig, erzählte
sie. In einer solchen Umgebung fiel es nicht schwer, sich
in alte Zeiten zu versetzen. Zunächst zur eigenen
Unterhaltung begann sie die Arbeit an ihrem Roman - in
der dortigen Bibliothek kannte ich alle deutschsprachigen Bücher
schon. Vor fünf Jahren kehrte das Ehepaar nach Deutschland
zurück, Winter vollendete Das Erbe des Puppenspielers.
Selbigen
Beruf hat auch die Autorin erlernt. Die Troisdorfer Lesung hatte
demgemäß drei Erzähler: Maren Winter, ihren Mann
Willi sowie eine Puppe als Alter Ego Meginhards. (KStA)
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Badisches
Tagblatt
18. März 2005
Puppenspiel
im frühen Mittelalter
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Gernsbach
(vgk) -Seit Jahren begleitet die öffentliche Bücherei
die Puppentheaterwoche mit Lesungen und Wissenswertem rund
um das Spiel mit den Puppen. Mit der Aurorin Maren Winter
und ihrem Roman "Das Erbe des Puppen-spielers" bescheren
die Veranstalter den Besuchern eine interessante und vergnügliche
Lesestunde. Zumal während des Vortrags auch die Puppen
das Wort erteilt bekamen und selbst von sich erzählen
konnten.
Angesiedelt ist der Roman im frühen Mittelalter.
Akribisch recherchierte Maren Winter die historischen Hintergründe.
Es geht um das Bekenntnis eines Gauklers zur Zeit Karls des
Großen. Ebenfalls mit darin eingebunden sind Intrigen
und Schrecken, aber auch das normale Leben der kleinen Leute
zu jener Zeit.
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Im
Wesentlichen geht es um Meginhard - einen Bastard. Das Einzige,
was ihm von seiner Mutter nach ihrem gewaltsamen Tod blieb
ist eine geheimnisvolle Fibel. Als Junge wird er von einem
Puppenspieler gekauft und ausgebildet. Als Spielleute bewegen
sie sich ungebunden durch alle gesellschaftlichen Schichten.
Die beste Gelegenheit für Meginhard, den Mörder
seiner Mutter zu suchen.
"Das Erbe des Puppenspielers"
ist ein Werk voller Poesie. Es beschreibt den Weg Meginhards
von Düsseldorf über Mainz in den Schwarzwald, und
auch seine Teilnahme an den Feldzügen Karls des Großen
gegen die Sachsen. Ebenso gibt es Auskunft über seine
Ausbildung zum Puppenspieler und die erste Begegnung mit der
Seele der Puppen.
Gleichzeitig wirft der Roman ein Licht auf
die Anfänge und die Bedeutung des Puppenspiels, wie die
Autorin den Besuchern erläuterte. Angefangen hat sie
den Roman während ihres vierjährigen Aufenthalts
in Finnland, zunächst nur zur eigenen Unterhaltung. Sie
verwendet starke Bilder und führt den Leser direkt in
die Welt der Leibeigenschaft, Burgen, Klöster un d Städte
der damaligen Zeit.
Doch Maren und Willi Winter wären keine
echten Puppenspieler, wenn sie nicht auch ihre Puppen zu Wort
kommen ließen. In kleinen Spielszenen berichten sie
von ihrem Leben, das sie im Buch führen. Musikalisch
umrahmt wurde die Lesung von Willi Winter auf der Rotta -
eine mittelalterliche Leier - unter anderem mit dem althochdeutschen
Stabreim-Epos "Muspilli", der das letzte Weltgericht
und das Schicksal der Seelen zum Inhalt hat.
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Illertisser Zeitung
30 September 2003
von Ursula Katharina Balken
zur Doppellesung mit Brigitte Riebe, Maren Winter und den Feiburger
Spielleyt
...Maren
Winter gewinnt das Publikum auf ganz andere Weise. Mit nur sparsamster
Requisite zaubert sie durch ihre Persönlichkeit und Begabung
als Puppenspielerin ein Szenario auf die Bühne, das die Zuschauer
wahrlich entzückt. Sie erweckt einen kleinen noch unbearbeiteten
Holzkopf "zum Leben", umwickelt ihn mit ihrem Gewand,
das sie locker umhüllt. Seitenweise spricht sie den Text auswendig,
huscht leichtfüßig über die Bühne und lässt
ihre Geschichte leben. Ehemann Willi Winter ist ihr kongenialer
Partner. Was die historischen Zusammenhänge angeht, haben beide
Autorinnen mit der Recherche reine Fleißarbeit geleistet.
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