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LITERATUR - MUSPILLI

Das Muspilli ist das Fragment eines althochdeutschen Gedichtes aus dem 9. Jahrhundert über die letzten Dinge des Daseins. Es ist eines der wenigen althochdeutschen Gedichte in Stabreimen, die hier allerdings nicht konsequent verwendet werden. In unregelmäßiger Schrift wurde es auf die freigebliebenen Seiten und unteren Rändern eines anderen Werkes geschrieben..

Das Fragment beginnt mit den Worten:

...sin tac piqueme, daz er touuan scal ...kommt sein Tag, da er sterben muss


Engel und Teufel streiten um die Seele, um sie ins Paradies oder in die Hölle zu führen. Wenn dann der Tag des letzten Gerichtes bestimmt ist, kämpft Elias gegen Satanas und wird dabei verletzt. Sein Blut löst auf der Erde den Weltenbrand aus, den großen Schrecken, das muspilli:

...Wenn sein Blut auf die Erde tropft,
fangen die Berge an zu brennen, kein einziger Baum
wird auf der Erde stehen bleiben, die Gewässer trocknen aus,
das Moor verschlingt sich selbst, der Himmel geht in Flammen auf,
der Mond stürzt herab, der Erdkreis wird brennen...

Nach diesem Inferno ziehen die Engel übers Land und laden die Völker zum Gericht:

...Dort kann niemand irgendetwas verbergen, die Hand wird sonst sprechen, der Kopf wird es bekennen, jedes seiner Glieder bis hin zum kleinen Finger, was der Mensch unter den anderen an Mordtaten verbrochen hat...


vollständiger Text in der Bibliotheca Augustana

Hörbeispiel aus der Seite Leseproben mittelalterlicher Texte Uni Tübingen