HISTORISCHES zurück

MUSIK - VOLKSMUSIK (nicht liturgische Musik)

Über die nicht liturgische Musik aus dem frühen Mittelalter gibt es nur indirekte schriftliche Zeugnisse, Bilder und ein paar wenige Instrumentenfunde. Das Repertoire umfasste vermutlich Tänze, kurze Segens- oder Zaubersprüche sowie Heldengeschichten die in einer Art Rezitationsgesang vorgetragen wurden. In diesen Epen konnten wichtige Ereignisse weitergegeben werden. Sie hatten in der schriftlosen Gesellschaft durchaus dokumentarischen Charakter, bis sie sich entsprechend ausgeschmückt zu Sagen entwickelten. Wahrscheinlich begleiteten sich die Musiker dabei auf einfachen Saiteninstrumenten. Fürsten beschäftigten Sänger zur Unterhaltung und für propagandistische Zwecke, in Einzelfällen bediente sich auch die Kirche fahrender Künstler.
 

Kithara
 

Psalterium
 
Aus der Antike sind einige Zupfinstrumente bis ins frühe Mittelalter hinein erhalten geblieben. Die Harfe z.B. war in verschiedenen Formen gebräuchlich. Auch das Psalterium war ein Harfeninstrument dessen einzelne Saiten "leer" gezupft wurden, das heißt, die einzelnen Töne konnten (außer durch Flagolett) nicht verändert werden.
Erst sehr viel später baute man Psalter, die gestrichen wurden. Das neue Instrument hat bis auf die dreieckige Form aber nichts mehr mit dem historischen Namensgeber gemein.
Aus der antiken Kithara entwickelte sich die ebenfalls gezupfte Lyra, Leier oder Rotta, deren bis zu 7 Saiten frei zwischen zwei Armen über einen Klangkörper gespannt wurden. Der Klangkörper dieser Instrumente konnte aus Massivholz bestehen oder bis in die Arme hinein ausgehöhlt sein. Die Rotta entwickelte sich weiter zur Chrotta und wurde wenig später gestrichen.

Signalblasinstrumente mit und ohne Grifflöcher fertigte man aus Metall oder Tierhörnern. Außerdem wurden Knochenflöten und verschiedengeformte Flöten aus Holz eingesetzt. Auch Schlaginstrumente waren wohl immer in zahlreichen Varianten vorhanden, z.B. Trommeln, Hölzer oder Glocken.

Rotta
 
All das zusammen ergab eine Musik, die eher von Einstimmigkeit und nicht so sehr vom volltönigen Instrumentalklang geprägt war.



die Fotos der Instrumente auf dieser Seite stammen von: www.ellisium.cwc.net/instruments.htm