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INHALT

Das Erbe des Puppenspielers
Bekenntnisse eines Gauklers zur Zeit Karls des Großen


Ausgedehnter Wald bedeckt das Land.
Tag für Tag wehren sich die Bauern gegen die eindringende Natur, trotzen ihr Ackerland ab und schaffen Zufluchtsinseln in der Wildnis. Geister und Dämonen sind allgegenwärtig, und selbst wehrhafte Ritter verlangen nach dem Schutz der Mönche. Denn diese allein kennen die Schrift der Bibel, ihnen schenkt der Allmächtige Gehör.
Noch bedeutet ein Gelöbnis lebenslange Bindung, so auch der Treueeid, den jeder freie Mann an Karl den Großen zu leisten hatte. Den Zeilen dieses Eides entstammen die Kapitelüberschriften und sie beschreiben gleichzeitig die Etappen, welche der Puppenspieler Meginhard in seiner Geschichte durchläuft.

Meginhard ist ein Bastard. Als Junge muss er mit ansehen, wie seine Mutter seinetwegen von drei Kriegern des Königs überwältigt wird. Dieser Eindruck begleitet ihn ein Leben lang, und er schwört die Freveltat zu rächen.
Einem Puppenspieler fällt die Ähnlichkeit des Knaben zu Karlmann, dem verstorbenen Bruder des Königs auf. Er kauft den Bastard und führt ihn in die Geheimnisse seines Berufes ein. Um Klarheit über dessen Herkunft zu bekommen, ziehen sie auch mit dem Heer nach Sachsen, wo Meginhard seine verloren geglaubte Freundin wiederfindet.
Überall versucht Meginhard sich einzufügen, nur für den Übergang, nur um eine Grundlage für sein ersehntes Liebesglück zu schaffen. Seine hehren Pläne durchkreuzt er selbst. Er wagt für dieses Ziel zu blenden und zu lügen; irgendwann mordet er sogar.

Der Junge entwickelt sich zu einem fintenreichen Gaukler, der die Gerichte zu meiden versteht und sich bei drohendem Elend geschwind davonstiehlt. Er sieht sich an keine Ordnung gebunden, auf Märkten und Höfen zeigt er seine Kunst, zieht mit sittenlosen Spielleuten und kehrt bei edlen Grafen ein.
Doch diese hohen Herren wissen die Schliche des jungen Mannes zu nutzen und verwickeln ihn in eine Verschwörung gegen Reich und Krone. Er flieht ins Kloster und gerät unbedacht in die Intrigen des Klerus.

Dunkle Vorahnungen quälen ihn nun. Manches, was seinem arglosen Hirn entschlüpft, scheint plötzlich Wirklichkeit zu werden. Schon spielt er den Sturz des Königs herbei, und schließlich ruft er das letzte Gericht über sich selbst herab.

Noch immer deucht seine Seele sich unschuldig. Nie hat er etwas anderes gewollt, als ungeschoren davon zu kommen, und wer mag ihm verargen, dass er sich freute, wenn dieses gelang.