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PETER HENLEIN
die wichtigsten Lebensdaten des Schlossermeisters und seiner Familie


  • um 1480/85 geboren
    Vater vermutlich Peter Henlein, Rotschmied, seit 1461 Bürger in Nürnberg
    Mutter vermutlich Barbara ?
  • 1496 Peters älterer Bruder Herman Henlein wird Meister bei den Messerschmieden
  • 1504 gerät Peter Henlein zusammen mit Georg Heuss (Jörg Heuß) und Paul Tefler in eine nächtliche Rauferei gegen Schlosser-Jungmeister Clemens Glaser, welcher dabei umkommt.
    Anschließend flieht Peter Henlein ins Barfüßerkloster, wo er Asylrecht in Anspruch nimmt.
    Zwischen dem 16.11. 1504 und 18.04. 1508 wird ihm 22 mal freies Geleit zugesprochen und immer wieder verlängert, damit er bei den Vehandlungen erscheinen kann. In dieser Zeit darf er sich frei in der Stadt bewegen.
    Jörg Heuß muss sich als Wiedergutmachung zur Zahlung von 40 Gulden an die Angehörigen Clemens Glasers verpflichten.
  • 1506 Herman Henlein wird verwarnt, weil er zu den Messern auch Scheiden mit Verzierungen aus Edelmetallen fertigt und somit in das Handwerk der Gold- und Silberschmiede eingreift. Bis 1516 wird er wiederholt verwarnt.
  • 1509 am 16. November wird Peter Henlein Meister des Schlosserhandwerks und entrichtet dafür die übliche Zahlung von 3 Gulden in Stadtwährung
  • 1511 Johannes Cochläus (Cocleus) schreibt im Anhang der Erdbeschreibung "Cosmographia Pomponii Melae", die Willibald Pirkheimer gewidmet ist, in der Lobpreisung der Stadt Nürnberg u. a. ein Lob über Peter Henlein und dessen Uhren. Zitat >>
  • 1513 Kunigunde Ernst, Tochter des Färbers Endres (Andreas) Ernst wird als Peter Henleins Ehefrau erwähnt
  • 1515 am 26. Februar kommen Peter Henleins Verhandlungen zum Abschluss. Er zahlt 20 Gulden Abfindung an Clemens Glasers Angehörige
  • 1516 im Oktober muss Herman Henlein 3 Tage in Turmhaft verbringen, weil er nach wie vor Messerscheiden mit Verzierungen aus Edelmetallen anfertigt.
    In der Nacht vom 22 auf den 23. November ermordet Hermann Henlein ein junges Bettelmädchen. Der Rat setzt 100 fl und die Aussicht auf Straffreiheit als Belohnung zur Ergreifung des Täters aus.
  • 1517 richtet sich der Verdacht auf Herman Henlein. Er wird festgenommen und drei Gefangenen gegenübergestellt, die ihn aber zu diesem Zeitpunkt nicht belasten.
    Herman flieht vorsorglich nach Roth unter markgräflichen Schutz und versucht, seine Sache statt in Nürnberg im kaiserlichen Kandgericht verhandeln zu lassen. Zitat seiner Aussage >>
    Der Rat bestreitet die Zuständigkeit des Gerichtes, da Herman Nürnberger ist und die Tat auf Nürnberger Boden geschah.
    Herman flieht ins Ausland und tritt in den Dienst des dänischen Königs Christian ein.
  • 1518 am 19. Mai erscheint Severin, Herman Henleins Sohn, im Beisein seiner Vormunde Peter Henlein und Paulus Emmerich vor Gericht und erwirkt die Erlaubnis, seinem Vater die Habe im Wert von 4 Gulden nachsenden zu dürfen.
  • 1520 König Christian wendet sich an den Nürnberger Rat und bittet um freies Geleit für Herrman, der "etlich zeug", vermutlich Metall für Waffen,Geschütze u.ä. kaufen soll. Der Rat lehnt ab.
    Zitat der Begründung >>
  • 1521 Margarete wird als Peter Henleins Frau erwähnt
  • 1522 am 12.12. zahlt Peter Henlein 100 Fl. an die Konrad Hornsche Vormundschaft und löst damit eine auf dem Haus liegende Hypothek ab, für die er jährlich 4 Fl. Zins zu zahlen hatte
  • 1523 Hermann Henlein wird in Augsburg verhaftet. Der Augsburger Rat sendet dessen Aussage, die vermutlich mittels peinlicher Befragung erreicht wurde, nach Nürnberg.
    Peter Henlein bittet den Nürnberger Rat, sich für seinen Bruder einzusetzen. Da dieser ablehnt und den Augsburgern zustimmt Herman zu verurteilen, wendet Peter sich selbst an den Augsburger Rat und erweckt dort den Eindruck, der Nürnberger Rat stünde hinter ihm.
    Der Rat spricht ihm seine Missbilligung aus und behält sich die Strafe vor. Am 18. August wird Hermann Henlein zum Tode verurteilt und am 23. August mit dem Schwert hingerichtet
    Urteil des Augsburger Stadtgerichtes >>
  • 1524 am 11. Januar erhält Peter Henlein 15 fl. für einen "vergulten pysn Apffel für all Ding mit einem Oraiologium"
    Der Schlosser kann das Todesurteil über Herman nicht akzeptieren und beschuldigt einen Augsburger Messerer seinen Bruder für den Blutlohn von 100 fl verleumdet zu haben. Der Augsburger beschwert sich und Peter Henlein muss 14 Tage in Turmhaft verbringen.
  • 1529 am 17. Dezember reist Peter Henlein im Auftrag des Rates nach Straßburg, um eine Forderung einzutreiben, die mit der Anfertigung eines Himmelsglobusses zusammen hängt
  • 1533 Ehefrau Margarethe wird erwähnt
  • 1535 Peter Henlein empfängt 1Pfund und 1 Schilling für das Zurichten der Uhr in der städt. Kanzlei
  • 1540 Ehefrau Margarete stirbt zwischen dem 22. 2. und 16. 5.
  • 1541 Peter Henlein baut eine Uhr für Lichtenau, die von allen vier Turmseiten gesehen werden soll. Am 16. Oktober stellt er sie selbst dort auf
    am 12.10. heiratet Peter Henlein Walburg Schreyer
  • 1542 im August starb Peter Henlein

Zusammenstellung u.a. aus :
Jürgen Abel - In Sachen Peter Henlein 1980,
Albert Gümbel - Peter Henlein 1924,
Dr. G. W. K. Lochner - Johann Neudörfer 1547