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5 Monate

Kinder
Da wir ein neues Stück einprobten, kam unsere Regisseurin mit ihren drei Kindern (2, 4 und 6 Jahre)
angereist um 3 Wochen lang bei uns zu leben.
Kicki liebte es schon immer mit Kindern zu toben, aber ihr ungestümes Wesen war für die Kleintsen noch zu wild.
 
 

Natürlich rennen Kinder - Kicki versucht sie zu fangen.
Arme werden hochgerissen - Kicki hält das für eine Aufforderung und springt. Kinder fallen hin - Kicki stürmt auf sie los und schleckt ihnen das Gesicht. Manchmal halten Kinder Essbares genau in Schnauzenhöhe - schwupp, Kicki hat es schon.

Beim Hinterherrennen schnappte Kicki nach Ärmeln und Hosenbeinen. Leider half unser Geschimpfe nicht viel. Irgendwann bestanden wir auf Richtungsänderung, die Kinder liefen jetzt hinter dem Hund her und durften das nur, wenn dieser gerade ein Spielzeug in der Schnauze hatte. Von da an ging es immer besser.

Nach etwa einer Woche hatte selbst die Kleinste gelernt, einfach stehen zu bleiben, wenn sie nicht weitertoben wollte, und auch Kicki passte ihr Verhalten Alter und Stimmung ihres Gegenübers an. Während sie sich den Größeren im Spiel durchaus entgegenwarf, hat sie die Kleinste nicht einmal mehr angestupst und akzeptierte sogar von ihr ein Wegdrehen oder "Nein". Bei "Gefallenen" ging sie bald lieber ein Stückchen zur Seite, damit die Kleinen sich in Ruhe wieder aufrappeln konnten.

Ganz sanft war Kicki bei der 1,5 jährigen meines Bruders. Sie versuchte, das Baby nicht umzurennen, ließ sich in Ohren und Schnauze pieken, und lechzte derweil nach dem Leipniz in der winzigen Faust, der irgendwann garantiert auf dem Boden landen sollte.

    

Die älteren bekamen heraus, wie sie den Hund zu allem möglichen animieren konnten. Nun tobten sie auch ihrerseits völlig ohne Scheu. Sie rangelten, warfen sich auf Kicki, die überzeugend einen Drachen miemte, oder hielten sich am Schwanz fest, um sich auf einem Plastikauto durch die Gegend ziehen zu lassen.


Da wir bei Hund- und Menschenkindern auf Ruhepausen achteten, wirkte Kicki nie genervt, im Gegenteil. Wir Erwachsenen sind für sie allerdings wohl ziemlich langweilig geworden.

Leider hat Kicki einige Dinge mittlerweile völlig falsch verknüpft.
Betteln bei Tisch gab es vorher nicht, da wir sie beim Essen völlig ignorierten und ihr nie ein Erfolgserlebnis verschafften. Unter den Kinderstühlen aber fiel durchweg reiche Beute ab, mal aus Versehen, mal absichtlich. Nur ein deutliches "Raus" konnte verhindern, dass sie unterm Tisch genüßlich an Marmeladenfingern lutschte.

An der Kleidung zerren hatten wir schon fast erledigt, aber die 4jährige zupft Kicki im Fell, sie ruft und lockt und rennt in flatternde Schleier gehüllt genau an der Hudnenase vorbei. Schwer, da noch zu wiederstehen.
Interesannterweise wurde vor allem dieses Mädchen bis zum Schluss an der Hose geschnappt, der ältere Junge musste nur bei sehr wilden Zerrspielen damit rechnen, bei der Kleinsten passierte das fast gar nicht.


Der Ausruf Kicki, komm! verkam durch dauernde Anwendung der Kinder zu einem ständigen Nebengeräusch ohne besondere Bedeutung.
Auch Hier müssen wir wohl wieder ganz von vorne üben.
Der Vorgarten ist noch nicht eingezäunt und bei so vielen Menschen blieb häufig die Tür versehentlich offen. Kicki entwischte, wurde gerufen und, wenn sie kam, gleich wieder zu den arbeitenden Erwachsenen hereingeholt. Tja, wenn dieses Ergebnis zu erwarten ist, kommt ein schlauer Hund doch lieber nicht.
 

Das alles werden wir schon in den Griff bekommen.
Wichtiger ist mir, dass Kicki Kinder verschiedenen Aters so nahe kennenlernen konnte. Sie liebt die Kleinen immer noch über alle Maßen, aber sie weiß sie einzuschätzen und geht viel vorsichtiger mit ihnen um.

"Ihre" Kinder sind nun glücklich wieder zuhause und freuen sich schon auf einen eigenen Hund. Es soll nicht gerade ein Welpe sein, aber ein erwachsener, kindererfahrener Gefährte darf es schon werden.
 

 


 

 

 

Übungen
Zuhause bringt Kicki ihr Spielzeug auf Zuruf oder selbsständig und drückt es einem auffordernd in die Hand. Draußen dagegen hängt es von weiteren Reizen ab, ob sie apportiert. Stöcke bleiben meistens irgendwo liegen. Manchmal findet sie es auch unnötig einem geworfenen Gegenstand überhaupt nachzurennen.

Bei Down / Bleib kann ich jetzt kurz aus ihrem Blickfeld verschwinden. Nach längerem Bleib ist das Gerufen werden besonders schön, ich benutze diese Übung vor allem um Hier zu festigen.

 

Kicki weiß längst, dass sie nicht an der Leine ziehen soll, vergisst es aber, sobald Teile des "Rudels" vorlaufen.
Wenn wir den Hundeplatz betreten, lasse ich sie lieber gleich rennen, da ist die Vorfreude gar zu groß. Auf dem Rückweg klappt es dann ganz gut.

10-20 m geht sie ohne Leine bei Fuß. Wirklich sicher ist das noch nicht, ich würde mich bei allzu großer Ablenkung nicht darauf verlassen.

Bis auf Pferdeäppel und Kuhschiet lässt sie bei Aus ihre Fundstücke fallen.


 

Treppensteigen
Nachdem wir sie anfangs immer trugen, hatte sie begonnen Treppenhäuser gruselig zu finden. Damit später kein Problem daraus entstehen sollte, haben wir sie eine Zeitlang vor den letzten Stufen abgesetzt, die sie dann alleine meisterte.
Danach schaffte sie die Hälfte, ging aber immer noch nicht selbstständig auf so ein Ungetüm zu.
Wir mussten sie einige Tage jeweils auf die erste Stufe
setzen. Besonders hinunter ist das eine anstrengende Rückenakrobatik.
Auf einmal hatte sie den Dreh raus, hoch und runter, sogar bei unser supersteilen glattlackierten Holztreppe.
 

 

Nun stehen wir vor einer neue Aufgabe, denn oben residieren die Katzen, und die finden es nicht besonders lustig durch den Flur gejagt zu werden. Ausserdem kann das häufige Treppensteigen (abwärts) für die Gelenke immer noch schädlich sein. Vorerst versperrt ein Stuhl den Weg. Für zukünftige Hund-Katzenharmonie werden wir uns etwas einfallen lassen müssen.


 
 

Äußerlichkeiten
Weplenzähne sieht man nicht mehr, einen haben wir gefunden, die anderen sind wohl "entmaterialisiert".
Bis jetzt steht das Hinterteil höher als die Schultern, und es ist noch etwas "Hautsack" übrig. Kicki wird wohl noch einige cm wachsen.
Ihre Schnauze ist länger geworden, nicht ganz so spitz wie bei Collies, aber die Verwandschaft ist unverkennbar. Anderseits sehen die anderen Collies auf dem Hundeplaz (sogar der Collie-Bernadiner-Mix) immer irgendwie vornehm aus. Kicki ist spätestens nach zwei Minuten total verdreckt :-)
 

Am Ende des 5. Monats ist sie 52 cm hoch und wiegt ~ 22 kg. Inzwischen kann ich die Rippen gut spüren und von oben sieht man die Taillie deutlicher. Von der Seite verfälscht das Fell ein bisschen die Figur. Ihr Appetit bestimmt aber nach wie vor ihr hauptsächliches Sinnen und Trachten. (Vielleicht mag sie deshalb Krümelspuren hinterlassende Kinder so sehr?)

Ihre Bewegungen sind sicherer geworden und man erkennt, wie sie die Kraft unterschiedlich einteilt, ob es um einen Spurt oder nur um einen federnden Galopp handelt. Sie kann durchaus schnell sein, zieht es bei "Hunderennen" aber meistens vor, den Weg des anderen abzuschätzen und ihn in einer Abkürzung zu stellen. Besonders verblüffend für den andern ist es, wenn der um Bäume oder gar Schuppen rast, und Kicki, die vermeintliche Verfolgerin ihm plötzlich entgegen kommt.

Nun ist sie kein Welpe mehr, sie benimmt sich auch nicht mehr so. Also auf in die Junghundgruppe.


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