|
3 Monate
|
Welpenspielstunde
Nach der zweiten Impfung darf Kicki endlich mitmachen. Sie
fürchtet sich überhaupt nicht vor den 20 anderen
sondern rennt sofort mit.
Während die Welpen toben, hören sich die Halter
2 mal wöchentlich frierend kleine Vorträge an
und können Fragen stellen.
Zum
Schluss gibt es jeweils eine Übung, wie "Hier"
durch ein Spalier von den anderen Hunden hindurch, Ballpool,
Reifen, Brücke oder Tunnel, manchmal auch "Sitz"
und "Steh".
|
|

|
|
Unsere
Leckerlis, Bröckchen vom normalen Trockenfutter, erweisen
sich bald als uninteressant gegen die Fleischwurst der anderen.
Im
kleinen Kaffeehäuschen des Vereines kann man anschließend
ein wenig sitzen und die Situation "anderer Hund im
Restaurant" probieren. Das ging leider noch gar nicht
gut. Während die anderen Welpen erschöpft und
brav unter den Tischen lagen, wollte Kicki partout weiterspielen
und tat ihre Wünsche lautstark kund. Vielleicht schwächt
sich das durch Gewöhnung allmählich ab.
|
|

|
|
Übungen
Inzwischen klappt Sitz draußen unter mittlerer
Ablenkung ganz gut.
Kicki macht für Käsehäppchen auch Liegestütze
zwischen Down und Sitz.
Bei Down und Bleib kann ich mich auf einer
ruhigen Wiese etwa 5 m entfernen, aber noch nicht aus Kickis
Blickfeld verschwinden.
Rechte und linke Pfote geben haben wir auf einer
langweiligen Autofahrt geklickert, genauso wie Finger anstupsen.
|
|
Bei
Bring holt sie zwar den geworfenen Gegenstand, lässt
ihn aber nicht gleich los, statt dessen trägt sie mir
ein Zerrspiel an.
Abrufen
kann ich sie nur, solange nichts Interessanteres in Sicht
ist. Besonders andere Hunde und Kinder haben es ihr angetan.
Ich vermeide dann "Hier" zu rufen sondern hole
sie lieber kommentarlos ab, wenn es nötig wird.
Im Geschirr
zieht sie sehr an der Leine, sie legt sich manchmal
richtig hinein. Deshalb üben wir ab und zu mit Halsband.
Dann gilt die Baummethode - kein Schritt weiter, bevor die
Leine locker hängt. Vorwärts kommt man dabei kaum.
Aus heißt alles, was sie lassen soll, z.B.
in die Hände beißen. Sie wird zunehmend
vorsichtiger und möchte eigentlich ja nur knabbern,
aber die Zähne sind noch ziemlich spitz.
|
|
Spaziergänge
Die mittlerweile halbstündigen Abenteuer in Feldern
und Wiesen gefallen Kicki sehr. Sie rennt nach Stöckchen,
erklimmt kleine Hügel und stöbert leider alles
auf, was andere weggeworfen haben. Kuhschiet
und trockenen Hundekot findet sie lecker und läßt
mir keine Möglichkeit ihr das Zeug aus dem Maul zu
nehmen. Wenn ich sie erwische, schluckt sie es schnell hinunter.
In der Stadt kommen wir nun etwas zügiger voran, der
Gehsteig ist zwar immer noch sehr schnüffelintensiv,
aber Kicki setzt sich nicht mehr dauernd hin.
|
|
|
|
Alle
Passanten begrüßt sie stürmisch und von
Kindern fühlt sie sich magisch angezogen. Erst in der
wimmeligen Fußgängerzone, gab sich das etwas.
Der
Verkehr läßt Kicki völlig kalt, sie zeigt
nicht den geringsten Respekt vor Autos. Da wir auf dem Land
leben und hier keinen Gehweg haben, konnten wir nur selten
üben, dass man die Straße nicht betritt.
Nach ein paar Testfahrten steigt sie problemlos in Fahrstühle,
dafür mag sie keine Treppenhäuser mehr, denn da
wird sie getragen.
Außerdem besuchten wir den Baumarkt, den Kicki äußerst
spannend fand.
|
|
|
Stubenreinheit
3
Mit 14 Wochen begiebt Kicki sich zuverlässig zur Tür
und bellt wenn sie raus muss. Sie hat uns zu perfekten Butlern
erzogen.
Auch in fremden Häusern tut sie das. Im Spiel ist dazu
allerdings wenig Zeit, und das Bellen kann schon mal falsch
gedeutet werden, dann ergießt sich trotzdem ein Pfützchen
aufs Parkett.
Nachts möchte sie um 12.00 um 3.00 und um 7.00 nach
draußen.
|
|
Problematisch
sind zubetonierte Stadtteile, sie findet einfach keine passende
Toilette und hält das große Geschäft zurück.
|
|
Alleinbleiben
Wir haben angefangen, Kicki kurz im Auto warten zu
lassen. Natürlich wählten wir für das erste
Mal einen Zeitpunkt, zu dem sie richtig müde war. Sie
guckte uns hinterher bis wir aus ihrem Blickfeld verschwanden,
dann rollte sie sich zwischen den Sitzen zusammen
und pennte.
Bei weiteren Vesuchen bellte sie etwas, aber nur solange,
bis sie uns nicht mehr sehen konnte.
|
|
Leider
erlitten wir einen herben Rückschlag bei einer unserer
Aufführungen.
Die hundefreundlichen Veranstalter tobten wild mit Kicki
herum, während wir aufbauten.
Dann sollte sie in einem Raum mit Glastür warten, von
dem aus sie ihre Spielkameraden sehen konnte.
Nein, hier wollte sie nicht bleiben!
In der Welpenspielstunde Tags zuvor hatte sie das Überwinden
von Hindernissen erprobt und jetzt war eben das Ställchen
im Weg. Sie sprang einfach drüber und krakeelte vor
der Glastür.
Zum Lohn ging die Veranstalterin mit ihr hinaus auf Abenteuertour.
Beide kamen mit glänzenden Augen zurück.
Was lernte Kicki wohl daraus?
Zum Glück bekamen wir den Rat, die Situation wieder
neu und vor allem regelmäßig zu Hause zu üben.
|
|
 |
|
Wir
verfrachteten Kicki also täglich um 14.50 Uhr mit Warteritual
und Schweineohr in einen Raum im oberen Stockwerk, wo ihr
Ställchen schon bereit stand. Die Zimmer kannte sie
noch nicht, es war ganz ähnlich, wie bei unseren Aufführungen.
Der nächste Ernstfall lief störungsfrei, wohl
auch, weil wir die Veranstalter unmissverständlich
mahnten, Kickis Wartezimmer nicht zu betreten.
|
 |
|
Besuch
bei Kickis Eltern
Wenn wir geglaubt hatten unser Geknurre wäre manchmal
vielleicht etwas heftig für das kleine Hündchen,
überzeugten uns Kickis Eltern vom Gegenteil.
So grimmig hatten wir die freundlichen Hunde vorher nie
gesehen, sie fielen über ihr Baby her, bis es sich
nicht mehr zu mucksen wagte.
Dabei taten sie Kicki nichts, es war nur eine äußerst
deutliche Demonstration ihrer Stellung.
|
Ich
fürchtete schon, unsere Kleine würde fortan vor allen
großen Hunden fliehen, doch nachdem der Punkt geklärt
war, kam sie überhaupt nicht verschüchtert unter dem
Sofa hervor, forderte die Großen knurrend und bellend zum
Spielen auf, und zog ihren Vater am Ohr.
Kicki erkannte die Räumlichkeiten und wusste noch wo die
Futtertonne stand. Groß war ihre Freude, die Menschen abzuschlecken,
bei denen sie ihre ersten Wochen zugebracht hatte. Dummerweise
erinnerte sie sich wohl auch daran, dass sie hier früher
auf den Boden gemacht hatte, in der ganzen Aufregung flossen zwei
Bächlein.
|