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9 Wochen
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Die
Feuerprobe als Theaterhund
Wir haben ein Figurentheater und unsere Tourneen führen
uns durch ganz Deutschland.
Kicki muss von nun an mit - auf Gedeih und Verderb.
Ein Tier in menschliche Gepflogenheiten einbinden zu wollen
ist von Vornherein ein egoistisches Unterfangen, egal wie
diese Gepflogenheiten nun aussehen mögen.
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Jeder
Welpe wird gezwungen zu lernen, was für seine Leute Alltag
bedeutet, darum suchten wir keinen Hundesitter, sondern fingen
sofort an, Kicki unseren Beruf als Normalität nahezubringen.
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Der
Veranstaltungsort
Das Forum
Peine öffnet sich mit zischenden Schiebetüren, Gebläse
im Eingang und geriffelten Fußabstreifern. (komisch, was einem
plötzlich alles auffällt)
Beim Betreten war Kicki noch unsicher, aber die Neugierde
siegte. Drinnen lauter fremde Leute. Oh, wie niedlich, streichel,
knuddel, verklärtes Lächeln, obwohl die spitzen Zähne schon
an der teuren Designerhose zerrten.
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Aufbau
Im Körbchen auf der Hinterbühne will die Kleine
nicht bleiben, schon gar nicht angeleint. Die Erkenntnis,
dass sie festsitzt und der entschiedene Geschirrentledigungsakt
dauern zusammen 1,5 Sekunden.
Na gut, der Bühneneingang liegt am toten Ende einer Fußgängerzone.
Dann darf sie eben mit uns hin und her rennen, vom Auto, zur
Bühne, zum Auto, zur Bühne...
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Geschafft,
alles fertig. Jetzt haben wir eine ganze Stunde Zeit für Kicki,
zum Toben, Hundemittagessen, und zum Spazierengehen.
Nix da, sie ist schon müde, legt sich in die Garderobe und
macht die Augen zu. Oje, wenigstens fressen muss sie doch
und das große Geschäft danach...
Ja, fressen ist gut, der Napf wird sorgfältig ausgeleckt,
hierbei zeigt sie jedenfalls keine Stresssymptome.
Aber in Peine einen Haufen machen geht nicht, wär ja zu Peine-lich.
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Vorstellung
Während wir spielen darf Kicki im Büro bei der netten
Sekretärin mit Designerhose bleiben. Um dorthin zu kommen,
müssen wir ums ganze Gebäude. Mehrere Familien streben
dem Haupteingang zu. Die Kinder findet Kicki toll, sie galoppiert
hinter ihnen her, fesselt sie durch mehrfache Umrundung mit
der Leine und lässt sich ausgiebig beschmusen.
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Unsere
Vorstellung läuft wie gewöhnlich. Sehr erleichternd!
Als ich Kicki wieder abholen will, hängt am Büro ein Schild:
„Bitte leise eintreten, hier schläft ein Welpe.“
Stimmt, zwischen den Füßen der Dame blinzelt mir das Fellknäuel
entgegen. Die Sekretärin meint, wir sollten doch erst abbauen
und ihr den braven Hund noch solange lassen. Klar, das machen
wir.
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Panne
Nachdem wir eingeladen haben, dreht Kicki noch ein paar ausgelassene
Runden im Pulverschnee.
Wir Menschen stehen nur schlotternd herum. (inzwischen sind
es -17°).
Das
Auto steht auch!
Kein Mucks mehr!
Batterie eingefroren!
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Der
Abschleppwagen stinkt, und der gelbe Engel schimpft wie ein
Rohrspatz. Die Abdeckung seiner Starthilfebatterie ist festgefroren,
außerdem ist das Ding fast leer, er arbeitet schon seit 14
Stunden. Wir müssen Huckepack zur Boschstation. Nein, der
Hund kommt ihm nicht in den Laster, auch wenn’s ein Baby ist,
wegen der Haare... Wir sind stur und haben Engelszungen, also
gut, ausnahmsweise, wenn der Hund wirklich nicht die Sitze
berührt.
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Bei Bosch warten wir im warmen Verkaufsraum. Kicki bellt ihr
Spiegelbild in der Glastür an und knabbert dann entzückt an
den Fußmatten. Hier liegt nämlich tagsüber der hauseigene
Schäferhund.
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Mit
neuer Batterie läuft unser Auto sofort wieder, und wir sind
flugs auf der Autobahn. Kickis Abendessen ist seit eineinhalb
Stunden überfällig, sie hat aber nichts dagegen während der
Fahrt zu fressen. Trinken kann sie dank schwappsicherem Napf
sowieso wann sie möchte. Pinkelpause danach ja, große Angelegenheiten
sind immer noch nicht drin. Den Rest der Kilometer verpennt
sie einfach.
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Wenn
wir gedacht hatten, sie würde nun zuhause weiterschlafen –
weit gefehlt. Für die allabendliche wilde Phase war sie gerade
wieder fit genug, und jetzt kamen auch endlich die ersehnten
schwarzen Würstchen, genauso fest, wie sie sein sollen. Ein
Glück.
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