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1 Jahr
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Am
5. November 2003 ist Kicki genau ein Jahr alt geworden.
Pubertät
Sie wurde ab und zu etwas launisch, doch meistens benahm sie
sich vorbildlich und reagierte auf jeden Wink. Platz auf
Entfernung klappte wunderbar, und mit Fuß
in Freifolge konnte ich sie an Passanten, Joggern und Fahradfahrern
vorbeiführen.
Ich
wiegte mich in stolzer Sicherheit.
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Dann an einem kalten Sonntagmorgen um 7.00 in einem noch menschenleeren
niedersächsischen Dorf spielte ich ein wenig mit Kicki,
weil die Veranstalter noch nicht zugegen waren. Da rannte
sie plötzlich los, durchquerte den kleinen Park und lief
über die Straße.
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Wo Autos fahren, ist Kicki normalerweise angeleint, aber
wir hatten auf dem Weg ins Dorf kein einziges Fahrzeug getroffen.
Jetzt aber kam ein Laster angerumpelt, der ebenfalls die
frühe Stunde und die leere Straße nutzte.
Kicki hatte sich gerade zum Rückweg entschlossen. Mir
blieb nur noch panisch Halt zu brüllen und die
Hand auszustrecken - tatsächlich, sie blieb stehen
und wartete auf der anderen Seite, bis mein zittriges Hier
sie erlöste.
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Auch sonst versuchte Kicki manchmal unvermittelt, meine Signale
zu ignorieren und folgte nur nach mehrmaliger Aufforderung
mit unwilligem Brummen. Ab und zu "vergaß"
sie sogar ganz, was sie gelernt hatte.
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Einmal
raste sie mit Höchstgeschwindigkeit über die Felder,
um zwei wandelnde Punkte am Horizont zu begrüßen.
Mein Nein hatte sie durchaus gehört, sie drehte
sogar kurz den Kopf und legte dann lieber noch einen Zahn
zu. Da ich weder die Chance hatte, sie einzuholen, und mein
Rufen ihre Geschwindigkeit noch zu erhöhen schien, machte
ich auf dem Absatz kehrt. Sie kam aber erst zurückgerannt,
nachdem ich eine Weile aus ihrem Blickfeld verschwunden war.
Ähnlich schwankend war ihre Reaktion, wenn ich sie aus
einer Toberei mit anderen Hunden abrufen wollte. Mal kam sie
willig mit, mal tanzte sie lustig um die fremden Hundeführer
herum.
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Da ich ihr nicht die Freude gönnen will, mich auf aussichtslose
Verfolgungsjagden einzulassen, muss ich in solchen Situationen
auf günstige Momente warten und derweil so tun, als interessierte
ich mich für etwas völlig anderes. Wirklich
dumm, dass die Junghundgruppe nur Samstags stattfindet, da
können wir so gut wie nie.
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Unsicherheiten
Ich glaube, Kicki hat in der Prägephase wirklich eine
Menge kennengelernt, dennoch haben wir einiges verpasst.
Z. B. durchdringende Lautsprecher. Die mag sie nicht,
egal ob Männer- oder Frauenstimme, oder ob ein Brakedanzer
auf der Straße sein gedumm-gedumm aus dem Ghettoblaster
plärren läßt.
Der Akkordeonspieler ein paar Ecken weiter stört sie
dagegen nicht im mindesten, obgleich das Instrument viel lauter
ist. Vielleicht mag sie lieber "unpluggged"?
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Als sich am Bahnhof die Schranken senkten und gleich die Durchsage
zu erwarten war, gähnte ich herzhaft, denn die Angst
vor Knallern haben wir mit Beschwichtigung und Ignoranz einigermaßen
in den Griff bekommen. Doch jetzt hatte das genau die gegenteilige
Wirkung. Kickis Schwanz sank wie die Schranke nach unten und
sie wollte bloß weg, noch bevor die Durchsage zu hören
war.
Mein gespieltes Gähnen bedeutet wohl: gleich geschieht
etwas Schreckliches. Vielleicht legt sie es als Vermeidungs-
oder Übersprungsgeste aus und bemerkt genau, dass ich
nicht wirklich souverän bin. In diesem Fall wird wohl
die "Schritt für Schritt Gewöhnungstaktik"
besser helfen.
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Läufigkeit
Anfang November markierte Kicki auf einigen Spaziergängen
sehr häufig, an anderen Tagen war wieder alles normal.
Insgesamt wurde sie verschmuster, suchte oft direkten Körperkontakt
wobei sie sich mit der Seite oder dem Hintern anlehnte, und
sie genoß auch längeres Streicheln, was ihr noch
vor Kurzem schnell langweilig wurde.
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Ausgerechnet
auf Tournee nahm das Markieren zu. Etwa ab dem 20. November
setzte Kicki alle paar Meter ein paar Tropfen Urin ab. Auch
während der Autofahrten wollte sie öfter anhalten,
als vorher. Sie leckte sich häufig im Genitalbereich,
so dass ich keinen Ausfluss finden konnte, auch nicht auf
ihrer Schlafdecke.
Noch entzog sie sich den Annäherungsversuchen der Rüden,
rannte weg oder setzte sich im Bedarfsfall hin. Geknurrt oder
geschnappt hat sie dabei aber nicht.
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Am 22. November flirtete Kicki zum ersten Mal eindeutig. Im
Spiel schob sie ihr Hinterteil einen hübschen, jungen
Aussie entgegen und machte beim Weglaufen bloß noch
symbolische Hopser. Der Aussie war hin und weg. Da Kicki möglicherweise
die ersten Blutungen reinlich abgeleckt hatte, und ich deshalb
den Beginn der Hitze nicht genau bestimmen konnte, wurden
die Verliebten vorsichtshalber getrennt.
Am
23. November beschnüffelte ein erwachsener Rüde
zwar ausgiebig Kickis duftenden Bereich, wandte sich danach
aber anderen Interessen zu. Kicki war es, die Kontakt suchte,
doch den Freilauf verschoben wir lieber auf die Weiterfahrt,
die immer an einsamen Feldwegen vorbeiführt.
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In
der Nacht zum 25. November verlor Kicki kleine hellrote Blutströpfchen.
Tagsüber fanden wir noch weitere, immer dann, wenn sie
gelegen hatte, und beim Aufstehen keine Muße fand, sich
sauberzulecken.
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Da wir bei Freunden zu Gast waren, beobachtete ich sie mit
Argusaugen, wischte sofort hinter ihr her und achtete darauf,
dass sie es sich ja nicht auf dem Teppich gemütlich machte.
Zum Glück fuhren wir noch am gleichen Tag nach Haus.
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Weder im Auto, noch auf unserem Schlafzimmerteppich hinterließ
Kicki irgendwelche Spuren, sie leckte sich stattdessen.
Erst tagsüber am 26. November nahm der Ausfluss zu, er
war nun eher hellrot-wässrig. Den Fliesen schadete das
bisschen Getröpfel nicht, deshalb verzichteten wir auf
ein Höschen. Kickis Vulva war deutlich geschwollen und
heller rosa als normalerweise. Die Schwanzwurzel hob sich,
sobald man sie leicht an der Kuppe berührte. Sie mochte
sich hinten nicht mehr kämmen lassen, als sei sie dort
auf einmal überempfindlich.
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Die
Begegnung mit Arco, dem Nachbarschäferhund sprach Bände.
Kicki lehnte sich mit der ganzen Breitseite an den Zaun ihm
entgegen. Die beiden beleckten sich Schnauzen und Ohren und
grunzten dabei. So ein Verhalten hatte es zwei Wochen zuvor
noch nicht gegeben. Ohne Aufsicht darf Kicki jedenfalls nicht
mehr in den Garten, denn Arco ist ein erfahrener Zaunknacker.
Auch Balu, der Berner-Sennenrüde meines Bruders verfiel
dem Schmerz des Verlangens.
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Während
er sonst vor der spielwütigen Kicki floh, nahm er nun
selbst die Verfolgung auf, was wir natürlich schnellstens
unterbanden. Ein paar Tage lang gab es für Kicki keine
wilden Hundekontakte mehr, was sie aber problemlos hinnahm.
Insgesamt fanden wir die Zeit stressfreier, als wir befürchtet
hatten.
Äußerlichkeiten:
Nach der Läufigkeit haben sich die Proportionen noch etwas
verschoben. Ihr Körper ist länger als hoch und die
Läufe wirken eher kräftig. Das Fell ist nach wie vor
seidenweich und verführt nicht nur uns zum Streicheln.
Anfang 2004 wiegt Kicki 29 kg bei 58 cm Schulterhöhe.
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