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Entwicklungsphasen des Hundes

vegetative Phase
1.-2. Woche
Übergangsphase
3. Woche
Prägung
4.-8.Woche
Sozialisierung
9.-16. Woche
Wurfrangordnung
3.-13.Woche
Rudelordnung
5.-7. Monat
Pubertät
ab 7. Monat
Adoleszens
ab 2 Jahren
 


 
Vegetative Phase 1. und 2. Woche

In der ersten Zeit ist der Welpe blind und taub, und orientiert sich mit dem Tastsinn. Sein Lebensinhalt besteht fast nur aus Fressen, Verdauen und Schlaf. Der Welpe muss wachsen und verdreifacht sein Gewicht.
In dieser Phase überwiegt das Reflexverhalten, das durch Schlüsselreize ausgelöst wird und rein auf Selbsterhaltung ausgerichtet ist. Such- und Saugreflex gehören dazu.
 

       
Das Lautgeben, wenn zum Beispiel Wärme fehlt oder der Welpe die Zitze verliert, ist die erste Form der Kommunikation. Für die Mutter bedeutet es, sich sofort dem Welpen zuzuwenden.
Manche Welpen rufen gleich nach Hilfe, andere suchen selbstständig und jammern wenig, vielleicht werden das später selbständigere Hunde?
Zeigt ein Welpe deutlich schwächere Reflexe als seine Geschwister, ist sein Biotonus schwach. Falls er überlebt, wird wahrscheinlich nie ein kräftiger gesunder Hund aus ihm werden.

Der Milchtritt aus dieser Phase bleibt später als Unterordnungsgeste bestehen.
Auch das Kontaktliegen, welches in den ersten Tagen die Welpen warm hält, wird von manchen Hunden später beibehalten. Dominantere Tiere sind aber eher auf Abstand bedacht.

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Übergangsphase 2. - 3. Woche

In der Übergangsphase öffnet der Welpe Augen und Ohren. Das Sehvermögen ist aber noch beschränkt auf hell, dunkel und Bewegungen.
Geräusche kann er zwar wahrnehmen, aber nicht lokalisieren, woher sie stammen.
Diese Wahrnehmungen reichen für den Welpen aus sich zu erschrecken. Das ist jetzt überlebenswichtig, ein Schreck führt dazu, dass der Welpe schnell wieder ins Dunkle, Warme, eben in seine Höhle strebt.

Erste soziale Spiele tauchen auf, Droh- und Kampfverhalten, Beuteschütteln am kleinen Bruder gehört dazu, auch der Michtritt wird jetzt als Spielgeste eingesetzt.

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Prägungsphase 4. - 8. Woche

Die Sinne sind nun ausgeprägt, die Welpen nehmen ihre Umwelt wahr und reagieren gezielt auf äußere Reize.
In dieser Phase muss der Welpe die Möglichkeit haben, wechselnde Erfahrungen zu machen und sich an verschiedene Umweltreize zu gewöhnen, Bodenbeläge, Geräusche, Gerüche und Gegenstände die er ins Maul nehmen kann.
 

Außerdem sollte er Menschen kennen lernen, verschiedene Geschlechter, Altersgruppen u.s.w. Andere Tierarten in seinem Umfeld gehören auch zu einer guten Prägung.

Der Welpen erschnüffeln sich untereinander und beginnen zu kommunizieren. Diese Versuche wirken noch tollpatschig, aber sie drücken sich schon aus. Sie knurren, bellen, beißen und rempeln. Einer übt Dominanz durch Kopfauflegen oder verteidigt einen Gegenstand. Vielleicht verteidigt ein anderer einen begehrten Platz und übt das Territorialverhalten.

Die Mutter reagiert anfangs genauso grob, sie verfeinert die Kommunikation nach und nach, bis ein Blick genügt, dass die Welpen wissen, was gemeint ist.

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Sozialisierungsphase
9. Woche - 16. Woche


In dieser Phase fängt die eigentliche Erziehung an. Das soziale Umfeld beginnt, auf das Verhalten des Welpen Einfluss zu nehmen.
Der Vater würde nun einen Knochen heran tragen und sich selbst in die Nähe legen. Sobald der Welpe versucht, diesen Knochen zu nehmen, wird er Knurren oder auch durch einen Nackenstoß korrigiert.
 
Für den Welpen ist dieser Knochen tabu, er weiß nun, dass Vater die Erziehung übernommen hat.

Solche Tabus gibt es jetzt viele zu erlernen.
In der Prägungsphase hat der Welpe erfahren, dass Schuhe nicht gefährlich sind, jetzt muss er lernen, dass er sie nicht als Kauspielzeug missbrauchen darf.
Ein gutes Lernvermögen erhält sich aber nur, wenn man dem Welpen täglich etwas Neues beibringt.

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Vorläufige Wurfrangordnungsphase
(3. - 13. Lebenswoche je nach Rasse)


In dieser Phase wird Dominanz und Unterordnung geübt. Je nach Veranlagung übt der Welpe eher das eine oder das andere. Wenn er mit Dominanzverhalten häufig zum Erfolg kommt, wird er in später in neuen Situationen entsprechend reagieren.
 

 
In der vorläufigen Wurfrangordnungsphase spielt das Üben von Dominanz und Unterordnung eine große Rolle. Hier liegt es am erblich verankerten Temperament des einzelnen Welpen, ob er eher das eine oder das andere übt.
Wichtig ist, dass hier in dieser Phase die Tendenz für das ganze Leben festgelegt wird, sofern man als Züchter keinen Einfluss nimmt.
Wenn der Welpe in dieser Phase lernt, dass er mehr Erfolg hat, wenn er Dominanz zeigt, dann wird er auch später auf jede neue Situation erst einmal mit Dominanz reagieren. Andere Welpen machen genau entgegengesetzte Erfahrungen.

Wenn man dominante Welpen im Spiel ab und zu auf den Rücken legt und unsichere Kanidaten die Spielbeute auch mal gewinnen lässt, kann man die Extreme etwas ausgleichen. Ein Hund sollte beide Reaktionsmöglichkeiten zur Verfügung haben.

Endgültige Wurfrangordnungsphase (13. - 16. Lebenswoche je nach Rasse)

Jetzt wird durch Streitigkeiten, die kein Spiel mehr sind, die entgültige Wurfrangordnung festgelegt.

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Rudelordnungsphase 5. - 7. Monat
 

Der Welpe wird jetzt ins Rudel integriert und seine Position festgelegt. Die Rangordnung ermöglicht eine erfolgreiche Teamarbeit und dient der Vermeidung von Aggression unter den Mitgliedern. Er wird zur Jagd mit genommen und kann die Techniken, die er spielerisch erlernte nun umsetzen.
Um den Schutz des Rudels braucht er sich nicht zu kümmern, denn er bemerkt, das der Ranghöchte die Grenzen des Revieres kontrolliert.
 

In einen gemischten Menschen-Hunde-Rudel sollte man nun viel Besuch haben und oft mit anderen Menschen etwas unternehmen. Der Hund muss lernen, dass fremde Menschen keine Bedrohung sind, sondern dass jeden Tag ein solches neues Mitglied zum Rudel stoßen kann.
Er muss akzeptieren dass auch andere Menschen Dominanz ausüben dürfen, aber auch dass fremde Menschen nicht so wichtig sind.

Er entwickelt sein Umgebungsbewußtsein, d.h. er kann auf Veränderungen nervös und ängstlich reagieren.
Zum Schluss dieser Phase ist Hund ein vollwertiges Rudelmitglied und seine Erziehung eigentlich abgeschlossen.

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Pubertätsphase 7. Monat - ? (je nach Rasse unterschiedlich)
 

In dieser Phase perfektioniert der Hund sein erlerntes und erfahrene Verhalten, er kombiniert es neu und entwickelt Eigeninitiative.
Außerdem spürt er, dass seine Körperkraft gestiegen ist. Jetzt wird getestet ob er die anderen Rudelmitglieder nicht überflügelt hat.
Nur der Ranghöchste hat das Recht auf Nachwuchs, es wird also wichtig diese Position zu erlangen.

Man sollte sich jetzt nicht auf Rangordnungsstreitigkeiten einlassen und aufpassen, dass der Hund nicht zu viel Eigeninitiative entwickelt.
Die Anforderungen sollte man zurücknehmen, statt neue Fertigkeiten zu vermitteln lieber auf Erreichtes zurückgreifen und hier konsequent sein.

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Adoleszensphase ab 2 Jahren
 
Die Adoleszensphase beginnt von Rasse zu Rasse unterschiedlich mit ca. 2 Jahren. Der Hund ist dabei, erwachsen und selbstständig zu werden und würde nun vielleicht sein eigenes Rudel aufbauen.
Manche Hunde bleiben in der Pubertätsphase stehen, aber für bestimmte Hunderassen wie z.B. Hovawart oder Hütehunde ist diese Phase sehr wichtig.
Jetzt können plötzlich Probleme auftauchen, mit denen man nicht gerechnet hat, Bissigkeit anderen Hunden gegenüber, Zurechtweisung von Kindern...
In Wirklichkeit haben sich diese Probleme die ganze Zeit schon vorbereitet.
Der Hund ist nur inzwischen reif genug geworden auch umzusetzen, was er in all den lustigen Spielen übte.

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