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GLAUBE
- KLOSTERALLTAG
Nachdem durch Papst Gregor I (590 - 604) die Alleinbefolgung der
benediktinischen Regel angeordnet wurde, begann die Zeit der Benediktinerklöster.
Viele Abteien wurden von weltlichen Machthabern gestiftet, beschenkt
und verschwenderisch ausgestattet. Besonders großzügig
zeigten sich ältere Fürsten, die noch rechzeitig für
ihr Seelenheil sorgen wollten. Als Gegenleistung nahmen sie Fürbitten
der Mönche in Anspruch und lebten manchmal als Laienäbte
mit ihren Familien in den frommen Mauern. Nicht selten zerfiel die
Disziplin des klösterlichen Alltages dadurch. Weitere Besitztümer
erhielten die Klöster durch neu eintretende Brüder, die
ihre Mitgift der jeweiligen Abtei vermachten. Die Klöster konnten
also durchaus reich sein, die Mönche selber blieben arm.
Die
Brüder waren in ihrem Verständnis Soldaten Gottes,
die durch Gebete und Schriften für das Heil kämpften.
Jedes Wort, das ein Mönch geschrieben hatte, konnte in der
Waagschale des letzten Gerichts für sein Seelenheil sprechen.
Die größeren Abteien besaßen viele Bedienstete
und stellten auch echte Heere, die entweder vom Abt selbst oder
durch Beauftragte in die Schlacht geführt wurden.
Die
höchsten Ämter, das des Abtes und das seines Stellvertreters
des Dekans blieben Adligen vorbehalten. Die anderen Aufgaben, wie
Versorgung des Klosters, Gästepflege, Almosen, Küche,
Krankenpflege... sollten an den geeignetsten Bruder gegeben werden.
Zu
den Mahlzeiten bekam jeder Mönch 500g Brot, einen Viertel Liter
Wein oder einen Halben Liter Bier. Dazu gab es zwei Gerichte und
Gemüse oder Obst als Beilage. Von Ostern bis Pfingsten wurden
täglich zwei Mahlzeiten gereicht, bis September Mittwochs und
Freitags eine, und danach bis zur Fastenzeit jeden Tag nur eine.
Gespeist
wurde gemeinsam im Refektorium. Der Schlafsaal, das Dormitorium
war eine große ungeheizte Halle. Im Winter wurde nur der Wärmeraum
für alle geheizt. Der Abt besaß eigene Räumlichkeiten,
da er seinen Repräsentationspflichten nachkommen musste. Gäste
brachte man in einem getrennten Flügel unter. Ebenso ausgelagert
waren Werkstätten, Küchen- und Backhaus sowie das Krankenhaus.
Nach
der Ordensregel erhielt jeder Mönch:
- zwei lange
Tuniken mit kurzen Ärmeln aus Wolle oder Leinen
- zwei Kukullen,
Mäntel, die Kopf, Arme und Schultern bedeckten
- ein Skapulier,
Stoffbahnen die von den Schultern nach vorne und hinten herunterhingen
- je nach klimatischen
Gegebenheiten eine Art Hose
- Fußlappen
und geschlossene Schuhe
- Bettzeug,
Gürtel, Messer, Nadel, Taschentuch, Griffel mit Schreibtafel.
Tagesablauf
| 1.00
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Vigilien
oder Nocturnen |
Psalmen,
Lektionen, Kantika und Hymnus "Te deum laudanus" unterbrochen
durch Wechselgesänge |
| 5.00 |
Laudes
oder Matulin |
66.
und 50. Psalm, zwei variable Psalmen
und der 148.-150. Psalm |
| 6.00 |
Prim |
Hymnus
und Psalmen |
| 9.00 |
Terz |
Hymnus
und Psalmen |
| 12.00 |
Sext |
Hymnus
und Psalmen |
| 15.00 |
Non |
Hymnus
und Psalmen |
| 17.00 |
Vesper |
Hymnus
und Psalmen |
| 18.00 |
Komplet |
Hymnus
und Psalmen |
Bei
dieser Einteilung blieb kaum noch Zeit Hand- und Schreibarbeiten
nach der Ordensregel zu erledigen, weshalb zahlreiche Ausnahmen
vorgesehen waren.
Zusammenfassung u.a. nach Dr. Frank Dierkes
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